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Folklore


FLAMENCO

Die Flamencokunst stammt aus dem Süden Spaniens, aus Andalusien, und wird durch drei Formen zum Ausdruck gebracht: Gesang, Tanz und Gitarrenspiel. Die Herkunft ist ungeklärt, da der Ursprung sehr alt ist und der Flamenco äußerst beliebt ist, gibt es keine Unterlagen, die das ganze aufhellen könnten. Man glaubt, dass er aus dem Volksgesang und –tanz, die es vor vielen Jahrhunderten in Andalusien gab, hervorgegangen ist, da bestimmte Flamencostile auf diesen Traditionen alter Zeiten basieren. Trotzdem wurde der Flamenco von den verschiedenen Kulturen und Bevölkerungen geprägt, die Andalusien besiedelt hatten und die die Entwicklung seiner Rhytmen und Harmonien grundlegend beeinflusst haben.

Die erste Aufzeichnung über den Flamenco findet man in den „Cartas Marruecas“ von Cadalso (1774). Darin schreibt der Autor den Ursprung den Zigeunern zu. Der Flamenco wurde ebenfalls stark von den Arabern beeinflusst, als sich die sog. Mauren, verschiedene ethnische Gruppen aus Nordafrika, im späten Mittelalter v.a. in Andalusien niederließen. Dieser Einfluss ist deutlich in den Harmonien sichtbar und der Flamencogesang weist starke Parallelen zu nordafrikanischer Musik wie z.B. der marrokanischen Musik auf.

Für so rein man die Flamencokunst auch halten mag, so gemischt ist sie doch zur gleichen Zeit. Sie besitzt sui generis, die keine andere Folkloregattung aufweist und gleichzeitig sind doch viele Einflüsse anderer Völker vorhanden. Was die Gitarre anbelangt, so begleitete sie früher eigentlich nicht den Gesang, der normalerweise nie von einem Instrument, sondern nur von Klatschen und Trommelgeräuschen begleitet wurde. Einige Komponisten wie Julián Arcas fingen an Themen mit Flamencolauten zu komponieren, was den Beginn einer neuen Ära bedeutete. Zwischen 1860 und 1910 spannt sich eine fruchtbare Zeit, die auch das „Goldene Zeit des Flamenco“ genannt wird. Zu jener Zeit florierten die Gesangcafés und der Flamenco entwickelte seine ganze Bandbreite mit Instrumenten, Gesang und Tanz . Der Tanz erlangte einen vohrher nie dagewesen Status, da er die Hauptattraktion für die Besucher der Gesangscafés war und die Gitarre entwickelte sich zum grundlegenden Begleitinstrument, das vom Tanz und Gesang nicht mehr wegzudenken war.

Zwischen 1910 und 1955 wurde der Gesang durch die „Ópera flamenca“-Ära gekennzeichnet, in der die leichteren Gesänge wie die Fandangos und die „Cantes de ida y vuelta“ (lateinamerikanischer Einfluss durch Sänger, die nach Lateinamerika emigrierten) maßgebend waren. Dieser neue Richtung, in die sich der Flamenco entwickelte, gefiel nicht jedem und 1922 gründeten die Intellektuellen der „Generación del 27“ , Falla und weitere Künstler in Granada einen Konkurs mit dem Ziel neue Werte zu finden, die den authentischen Flamencogesang pflegten.

Der Gitarrenspieler begleitet derzeit nicht nur, sondern fungiert auch als Solist. Paco de Lucia läutete durch seinen außergewöhnlichen Stil eine neuen, glanzvollen Abschnitt ein. Neben ihm gibt es noch viele andere zu erwähnen, die wahrhaftige Gitarrenvirtuosen sind wie Manolo Sanlucar zum Beispiel. Der Flamenco ist die intime Musik schlechthin, aber seine Beliebtheit pusht ihn in eine neue Ära, in der die großen Kommunikationsmedien Zeuge seiner Anmut und Kraft werden.


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